Internet verbindet
Das Internet macht die Welt zum Dorf. Es verbindet die Menschen. Doch leider längst nicht alle. Behinderte Menschen scheitern oft an Barrieren, die Ihnen das Navigieren auf Webseiten unmöglich machen. Damit möglichst alle Menschen von der Verbindung Internet profitieren können, sollten Websites möglichst barrierearm sein. Nach dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen müssen zumindest alle Seiten der Behörden des Bundes bestimmte Kriterien der Barrierefreiheit erfüllen.
Barrierefrei bedeutet ohne jede Einschränkung. Hat man eine sauber programmierte und schön gestaltete Seite, so kann es aber durchaus möglich sein, dass gerade ältere Browser sie nicht wie gewünscht darstellen. Ich tue mich deshalb mit dem Begriff Barrierefreiheit schwer. Ich spreche lieber von Zugänglichkeit. Von mir erstellte Websites sind barrierearm. Sie sind zugänglicher.
Verzicht auf Barrieren - ein gordischer Knoten
Übersichtlichkeit
Das Layout Ihrer Website sollte generell eine einfache und schnelle Aufnahme aller Informationen gewährleisten. Das hat für mich nichts mit behinderten Menschen explizit zu tun, sondern gehört zum Standard einer guten Website.
Kontraste
Wichtig ist eine ausreichend kontrastreiche Darstellung der gesamten Präsentation. Die Kombination von Hintergrund- und Schriftfarbe sollte so ausgewählt werden, dass zwischen ihnen ein deutlicher Kontrast entsteht. Andernfalls ist es möglich, dass Menschen mit Sehbehinderung oder auch Farbfehlsichtige die Informationen einer Webseite nur eingeschränkt sehen oder überhaupt nicht wahrnehmen können.
Grafiken
Blinde Internetsurfer brauchen eine alternative Informationsquelle zu den Inhalten von Bildern. Deshalb werden Bilder im Quelltext mit einem alternativen Text erklärt. Bilder in der Navigation halte ich für überflüssig.
Schriftgrößen
Sehbehinderte Menschen nutzen für die Arbeit am Computer so genannte Großbildsysteme, die das Computerbild pixelweise vergrößern. Oder sie passen die System-Schriftgröße mittels Betriebssystem an ihre individuellen Bedürfnisse an. Auch ein Kontrast-Modus steht für verschiedene Schriftgrößen zur Verfügung. Damit Sehbehinderte diese Funktionen nutzen können, sollte die Schriftgröße skalierbar sein und nicht mit festen Pixelgrössen angeben werden.
Sauberer Code
Die saubere Trennung des Inhalts eines Dokuments von seiner Formatierung ermöglicht den barrierefreien Zugang für Menschen mit unterschiedlicher Wahrnehmung und unterschiedlicher technischer Ausstattung.
Cascading Stylesheets bieten HTML-ergänzend die Möglichkeit, Dokumente zu formatieren. Mit CSS können Webdesigner HTML-Dokumente mit 'Dokumentvorlagen' (Stylesheets) verbinden, die typografische und gestalterische Informationen zum Aussehen der Seite beinhalten. HTML gibt den Aufbau der symantisch logischen Strukturen wieder.
Eine logische Struktur von Überschriften der unterschiedlichen Ordnung ermöglicht vor allen den Nutzern von Screenreadern (zuständig für Sprachausgabe der Inhalte) einen leichteren Zugang zu den Informationen, weil Sie die Möglichkeiten bieten, von Überschrift zu Überschrift zu springen.
Auch für Sehende nicht sichtbare Sprungmarken, können gerade blinden Menschen den Zugang zu Ihrem Dokument erleichtern. Sehenden ist es freigestellt, ob Sie erst den Inhalt lesen, oder direkt weiternavigieren. Screenreader lesen linear von oben nach unten. Während meiner vielen Tests mit diesen Screenreadern habe ich selbst erfahren, wie nervig es sein kann, die Navigation immer wieder vorgelesen zu bekommen.
Darüber hinaus sollten natürlich auch korrekte Sprachauszeichnung, Verwendung des Label Attributes in Formularen, Erreichbarkeit über die Tastatur, valide Umsetzung und vieles mehr Beachtung finden.